Periimplantitis erkennen und behandeln
Periimplantitis ist eine Entzündung von Zahnfleisch und Knochen rund um ein Implantat. Unbehandelt kann sie zum Verlust des Implantats führen. Früh erkannt, lässt sie sich meist aufhalten.
Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung, bei der um ein Implantat Knochen verloren geht. Warnzeichen sind Bluten, Schwellung, Eiter, zurückgehendes Zahnfleisch und später ein lockeres Implantat. Behandelt wird stufenweise: zuerst gründliche Reinigung der Implantatoberfläche, bei fortgeschrittenen Fällen ein chirurgischer Eingriff, danach regelmäßige Nachsorge.
Ein Implantat kann keine Karies bekommen. Das heißt aber nicht, dass es gegen Bakterien gefeit ist. Am Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch können sich Beläge festsetzen und eine Entzündung auslösen. Greift diese Entzündung auf den Knochen über, spricht man von Periimplantitis.
In diesem Artikel erklären wir die Warnzeichen, den Unterschied zwischen der harmlosen Vorstufe und der eigentlichen Periimplantitis, die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten. Und wir sagen Ihnen ehrlich, wo eine Behandlung meist am sinnvollsten ist.

Warnzeichen einer Periimplantitis
Periimplantitis entwickelt sich oft langsam und tut lange nicht weh. Deshalb ist es wichtig, die Zeichen zu kennen. Gehen Sie zeitnah zum Zahnarzt, wenn Sie Folgendes bemerken:
- gerötetes, geschwollenes oder empfindliches Zahnfleisch am Implantat,
- Bluten oder Eiter beim Putzen oder bei Druck auf die Stelle,
- zurückgehendes Zahnfleisch, das Implantat oder die Krone wirkt länger,
- schlechter Geschmack oder Mundgeruch, der nicht verschwindet,
- ein lockeres Implantat. Das ist ein spätes, ernstes Zeichen.
Früh erkannt sind diese Beschwerden gut zu behandeln. Unbehandelt schreitet der Knochenabbau fort. Weitere Warnzeichen für einen drohenden Verlust beschreiben wir in Implantatverlust: Ursachen und Vorbeugung.

Mukositis und Periimplantitis: zwei Stufen
Die internationale Klassifikation von 2017 unterscheidet zwei Stufen der Erkrankung:
- Periimplantäre Mukositis: Nur das Zahnfleisch ist entzündet, der Knochen ist noch nicht betroffen. Typisch ist Bluten beim vorsichtigen Sondieren. Diese Stufe ist mit professioneller Reinigung und besserer Mundhygiene meist rückgängig zu machen.
- Periimplantitis: Die Entzündung hat den Knochen erreicht und baut ihn fortschreitend ab. Sie muss aktiv behandelt werden, um sie aufzuhalten und das Implantat zu erhalten.
Periimplantitis ist nicht selten. Eine Übersichtsarbeit mit 57 Studien fand sie bei 19,5 % der Patienten und 12,5 % der Implantate. Die Zahlen schwanken stark, je nachdem, wie die Erkrankung in den Studien definiert wurde. Klar ist aber: Regelmäßige Kontrollen und frühes Handeln sind entscheidend.
Gesund heißt: keine Rötung, kein Bluten beim Sondieren, keine Schwellung und kein Eiter. So beschreibt die internationale Konsensuskonferenz ein gesundes Implantat. Bei Ihren Kontrollen prüft der Zahnarzt genau diese Punkte und vergleicht Röntgenbilder mit früheren Aufnahmen.
Was Periimplantitis verursacht
Ausgelöst wird sie durch bakterielle Beläge rund um das Implantat. Einige Faktoren erhöhen das Risiko:
- unzureichende Mundhygiene, besonders an schwer erreichbaren Stellen,
- Rauchen,
- schlecht eingestellter Diabetes,
- eine frühere Parodontitis (Zahnfleischentzündung an den eigenen Zähnen),
- ungünstig gesetzte Implantate oder Kronen, an denen sich Beläge sammeln, sowie Zementreste unter dem Zahnfleisch,
- ausgelassene Kontrolltermine.
Die Initiative proDente weist darauf hin, dass besonders der Übergang zwischen Implantat und Zahnfleisch frei von bakteriellen Belägen bleiben muss. Wer schon einmal eine Parodontitis hatte, sollte besonders sorgfältig sein. Mehr dazu in Parodontitis und Zahnersatz.
Wie Periimplantitis behandelt wird
Behandelt wird in der Regel stufenweise. Der Zahnarzt beginnt mit der schonendsten Behandlung, die ausreicht:
1. Nicht-chirurgische Behandlung
Am Anfang steht eine gründliche Reinigung der Implantatoberfläche. Dafür gibt es spezielle Instrumente aus Titan oder Kunststoff, Ultraschallgeräte und Pulverstrahlgeräte. Dazu kommt eine Verbesserung der häuslichen Mundhygiene. Manchmal werden antiseptische Spülungen oder Antibiotika ergänzt. Bei der Mukositis reicht das oft aus. Bei der Periimplantitis bessert es die Entzündung häufig, heilt sie aber nicht immer vollständig.
2. Chirurgische Behandlung
Bleibt die Entzündung bestehen, wird das Zahnfleisch in einem kleinen Eingriff geöffnet. So kann der Zahnarzt die Implantatoberfläche direkt sehen und gründlich reinigen. Manchmal wird die Oberfläche dabei geglättet. Wo die Form des Knochendefekts es erlaubt, kann verlorener Knochen mit Knochenersatzmaterial aufgebaut werden.
3. Regelmäßige Nachsorge
Die europäische S3-Leitlinie der Europäischen Föderation für Parodontologie (EFP) betont, dass nach dem Einsetzen von Implantaten ein strukturiertes Nachsorgeprogramm mit regelmäßiger Kontrolle des Gewebes folgen soll. Das gilt erst recht nach einer Behandlung. Ohne regelmäßige Reinigungen und Kontrollen kehrt die Entzündung häufig zurück.
Je früher die Behandlung beginnt, desto eher bleibt das Implantat erhalten. Ist bereits zu viel Knochen verloren, kann es nötig sein, das Implantat zu entfernen und nach Ausheilung, oft mit Knochenaufbau, ein neues zu setzen. Mehr dazu auf der Seite Knochenaufbau und Sinuslift.
Was Sie selbst tun können
- Putzen Sie zweimal täglich gründlich, auch am Zahnfleischrand des Implantats.
- Reinigen Sie die Zwischenräume täglich mit Interdentalbürsten oder Superfloss.
- Gehen Sie mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle mit professioneller Reinigung, bei früherer Parodontitis öfter.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf oder schränken Sie es stark ein.
- Nehmen Sie Bluten am Implantat ernst. Es ist nicht „normal“, sondern ein frühes Zeichen.
Welche Unterlagen Ihr Zahnarzt in Deutschland für die Kontrollen braucht, erklären wir auf der Seite Nachsorge in Deutschland.
Wo sollte die Behandlung stattfinden?
Ehrlich gesagt: Eine Periimplantitis braucht oft mehrere Termine und danach regelmäßige Nachsorge über lange Zeit. Das ist bei einem Zahnarzt in Ihrer Nähe meist am einfachsten. Ihr Implantatpass zeigt ihm, welches Implantat eingesetzt wurde, sodass er passende Instrumente und Teile verwenden kann.
Eine Reise nach Antalya kann sinnvoll sein, wenn ohnehin eine größere Behandlung ansteht, zum Beispiel wenn ein Implantat ersetzt oder eine neue Versorgung geplant werden muss.
Kosten
Die Kosten hängen vom Stadium ab. Eine frühe Reinigung ist deutlich günstiger als ein chirurgischer Eingriff mit Knochenaufbau. Für die Behandlung einer Periimplantitis haben wir keinen Festpreis: Preis auf Anfrage, kostenloser Behandlungsplan nach Ansicht Ihrer Röntgenbilder. Falls ein Knochenaufbau nötig ist, berechnen wir dafür £150 (ca. 180 €) pro 1 cm³; ein neues Implantat kostet £300 (ca. 360 €). Die Preise sind in britischen Pfund festgelegt, die Euro-Beträge sind Richtwerte nach dem EZB-Kurs vom 23. Oktober 2026.
Bitte beachten Sie: Unsere Garantie deckt Tiefenreinigung und Zahnfleischbehandlungen nicht ab. Sie setzt außerdem gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen voraus. Details auf der Seite Garantie.
So machen wir es bei Precious Dental
Die beste Behandlung einer Periimplantitis ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb behandeln wir in unserer Klinik in Antalya Zahnfleischentzündungen, bevor wir Implantate setzen. Wir planen jedes Implantat mit einem 3D-Röntgen, damit es so sitzt, dass es sich gut reinigen lässt. Vor Ihrer Abreise zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Implantat pflegen.
Sie erhalten einen Implantatpass und Kopien Ihrer Röntgenbilder für Ihren Zahnarzt zu Hause. Öndi, unser Patientenkoordinator, spricht Deutsch und bleibt nach Ihrer Rückkehr per WhatsApp erreichbar. Haben Sie Fragen zu einem Implantat? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular oder schreiben Sie Öndi per WhatsApp auf Deutsch.
Häufige Fragen
Was ist Periimplantitis?
Eine Entzündung von Zahnfleisch und Knochen rund um ein Zahnimplantat, ausgelöst durch bakterielle Beläge. Unbehandelt baut sie den Knochen ab, der das Implantat hält, und kann zum Verlust des Implantats führen. Früh erkannt ist sie meist gut behandelbar.
Ist Periimplantitis heilbar?
Die Vorstufe, die periimplantäre Mukositis, betrifft nur das Zahnfleisch und ist mit professioneller Reinigung und guter Mundhygiene meist rückgängig zu machen. Hat der Knochenabbau begonnen, kann die Behandlung ihn häufig stoppen und das Implantat erhalten. Verlorener Knochen wächst aber nicht von allein nach.
Wie wird eine Entzündung am Implantat behandelt?
Stufenweise. Zuerst wird die Implantatoberfläche gründlich gereinigt, mit speziellen Instrumenten, Ultraschall oder Pulverstrahl, manchmal ergänzt durch antiseptische Spülungen oder Antibiotika. Reicht das nicht, wird das Zahnfleisch in einem kleinen Eingriff geöffnet, um das Implantat gründlich zu reinigen. Wo möglich, kann verlorener Knochen aufgebaut werden.
Wird Laser zur Behandlung eingesetzt?
Manche Zahnärzte setzen Laser als Ergänzung ein, um die Oberfläche zu reinigen. Ob das einen zusätzlichen Nutzen gegenüber der gründlichen mechanischen Reinigung bringt, ist nach heutiger Studienlage nicht sicher belegt. Laser ist deshalb höchstens ein Werkzeug innerhalb eines Gesamtplans, keine eigenständige Heilung.
Was kostet die Behandlung einer Periimplantitis?
Das hängt vom Stadium ab. Eine frühe Reinigung kostet deutlich weniger als ein chirurgischer Eingriff mit Knochenaufbau. Für die Periimplantitis-Behandlung haben wir keinen Festpreis: Preis auf Anfrage, nach Untersuchung mit kostenlosem Behandlungsplan.
Mein Zahnfleisch am Implantat ist geschwollen. Was soll ich tun?
Lassen Sie es zeitnah untersuchen, am besten bei Ihrem Zahnarzt vor Ort, denn eine frühe Periimplantitis ist viel leichter zu behandeln. Bringen Sie Ihren Implantatpass mit, damit er weiß, welches Implantat eingesetzt wurde. Sind Sie bei uns in Behandlung, schicken Sie uns zusätzlich Fotos per WhatsApp.
Quellen
- Berglundh T et al. Peri-implant diseases and conditions: Consensus report of workgroup 4 of the 2017 World Workshop. J Clin Periodontol 2018
- Herrera D et al. Prevention and treatment of peri-implant diseases: The EFP S3 level clinical practice guideline. J Clin Periodontol 2023
- Diaz P et al. What is the prevalence of peri-implantitis? A systematic review and meta-analysis. BMC Oral Health 2022
- Smeets R et al. Definition, etiology, prevention and treatment of peri-implantitis: a review. Head Face Med 2014
- Roccuzzo A et al. Peri-Implantitis: A Clinical Update on Prevalence and Surgical Treatment Outcomes. J Clin Med 2021
- Suárez-López del Amo F et al. Non-Surgical Therapy for Peri-Implant Diseases: a Systematic Review. J Oral Maxillofac Res 2016
- proDente e. V.: So heilen Implantate richtig ein
Geprüft im Oktober 2026. Wo wir als Klinik unsere eigene Sicht wiedergeben, sagen wir das.
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Schicken Sie uns ein paar Fotos Ihrer Zähne oder ein aktuelles Röntgenbild. Eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt sieht es sich an, und Sie erhalten einen Plan mit allen Positionen, bevor Sie etwas buchen.

Fragen auf Deutsch? Öndi, unser deutschsprachiger Patientenkoordinator, antwortet Ihnen. WhatsApp +90 539 704 50 01
