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Implantate & feste Zähne

Titan- oder Keramikimplantat: Welches Material ist besser?

Titan ist seit Jahrzehnten das Standardmaterial für Zahnimplantate. Keramikimplantate aus Zirkonoxid sind eine metallfreie Alternative. Beide sind gut verträglich, unterscheiden sich aber in Studienlage, Einsatzbereich und Aussehen.

Kurz gesagt

Für die meisten Menschen ist Titan die erste Wahl: Es ist am längsten erforscht und hat in Studien sehr hohe Überlebensraten. Keramikimplantate aus Zirkonoxid sind zahnfarben und metallfrei und erreichten in einer Meta-Analyse nach zehn Jahren 95,1 %, mit weniger Langzeitdaten und einem gewissen Bruchrisiko bei schmalen Implantaten. Sie sind eine Option für Menschen, die kein Metall möchten.

Die meisten Zahnimplantate sind aus Titan. Seit einigen Jahren gibt es aber auch Implantate aus Keramik, genauer aus Zirkonoxid. Sie werden oft als „metallfrei“ und „biologisch“ beworben. Viele Patienten fragen uns deshalb: Ist Keramik besser? Oder sollte ich bei Titan bleiben?

In diesem Artikel vergleichen wir beide Materialien ehrlich: wie gut sie untersucht sind, wie verträglich sie sind, wie sie aussehen und für wen welches Material passt. Die Zahlen stammen aus den unten genannten Übersichtsarbeiten.

Foto: zwei Titanimplantate, ein Titan-Abutment, ein Zirkon-Abutment und eine Zirkonkrone auf dunklem Untergrund
Titanimplantate mit Verbindungsteilen aus Titan und aus zahnfarbenem Zirkon, rechts eine Zirkonkrone.

Titanimplantate: der bewährte Standard

Titan wird seit Jahrzehnten für Zahnimplantate verwendet. Es ist fest, leicht, korrosionsbeständig und wird vom Körper sehr gut angenommen. Der Knochen wächst direkt an die raue Oberfläche des Implantats an. Die Initiative proDente beschreibt Implantate als künstliche Zahnwurzeln, die meist aus Titan bestehen.

Die Studienlage ist sehr gut. Eine Auswertung von 18 Studien mit modernen Titanimplantaten fand nach zehn Jahren eine Überlebensrate von 96,4 %. Eine Meta-Analyse über 20 Jahre kam auf 88 bis 92 %. Für kein anderes Implantatmaterial gibt es so lange Beobachtungszeiten.

Neben reinem Titan gibt es Implantate aus einer Titan-Zirkonium-Legierung. Sie sind besonders fest und werden zum Beispiel für schmale Implantate verwendet.

Vorteile von Titan:

  • längste Studienlage und sehr hohe Überlebensraten,
  • hohe Bruchfestigkeit, auch bei schmalen Implantaten,
  • meist zweiteilig: Implantat und Aufbau sind getrennt, das macht die Planung der Krone flexibler,
  • für Einzelzähne, Brücken und feste Zähne auf vier oder sechs Implantaten geeignet,
  • breites Angebot an Ersatzteilen bei bekannten Herstellern.
Unterseite einer Vollkieferbrücke mit Metallsteg und Schraubenöffnungen
Unterseite einer Vollkieferbrücke: Metallsteg und Schraubenöffnungen.

Keramikimplantate: die metallfreie Alternative

Keramikimplantate bestehen aus Zirkonoxid, einem sehr festen, zahnfarbenen Material. Es wird auch für Kronen verwendet. Keramikimplantate sind oft einteilig, das heißt Implantat und Aufbau sind ein Stück.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 wertete 25 Studien mit 4.017 Zirkonimplantaten aus. Die 10-Jahres-Überlebensrate lag bei 95,1 %. Das ist ein gutes Ergebnis. Die Autoren fanden aber auch Unterschiede:

  • 26 Implantate brachen, die meisten davon schmale Implantate.
  • Zweiteilige Zirkonimplantate schnitten schlechter ab als einteilige.
  • Implantate, die nicht mehr auf dem Markt sind, schnitten schlechter ab als aktuelle Systeme.
  • Nur sieben Studien beobachteten länger als fünf Jahre.

Eine weitere Meta-Analyse verglich Titan, Titan-Zirkonium und Zirkon direkt, allerdings mit nur 637 Implantaten. Die Überlebensrate lag bei 97,7 % für Titan, 98,6 % für Titan-Zirkonium und 93,8 % für Zirkon. Beim Knochen um die Implantate fand sich kein Unterschied.

Vorteile von Keramik:

  • zahnfarben, kein grauer Schimmer durch dünnes Zahnfleisch,
  • metallfrei, für Menschen, die bewusst kein Metall im Mund möchten,
  • gute Verträglichkeit mit dem Zahnfleisch.

Grenzen von Keramik:

  • weniger Langzeitdaten als bei Titan,
  • höheres Bruchrisiko bei schmalen Implantaten,
  • einteilige Implantate lassen weniger Spielraum bei der Ausrichtung der Krone,
  • für feste Zähne auf wenigen Implantaten im ganzen Kiefer weniger verbreitet.

Titan und Keramik im Vergleich

MerkmalTitanKeramik (Zirkonoxid)
Studienlagesehr umfangreich, bis 20 Jahregut, aber weniger Langzeitstudien
Überlebensrate nach 10 Jahrenca. 96 %ca. 95 %
Farbegrau (unter dem Zahnfleisch)zahnfarben
Bauweisemeist zweiteiligoft einteilig
Bruchfestigkeitsehr hochhoch, schmale Implantate bruchgefährdeter
Einsatzalle Versorgungenvor allem Einzelzähne und kleine Brücken

Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Studien und sind kein direkter Vergleich. Sie zeigen aber: Beide Materialien funktionieren gut. Titan hat den längeren und breiteren Nachweis.

Titanallergie: wie häufig ist sie?

Die Sorge vor einer Titanallergie ist ein häufiger Grund, nach Keramik zu fragen. Eine echte Unverträglichkeit ist aber sehr selten. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 fand in der weltweiten Literatur nur neun passende Studien mit insgesamt 21 Patienten und 33 Implantaten; bei 20 Implantaten wurde eine Titan-Unverträglichkeit festgestellt. Die Autoren halten sie für selten, aber klinisch bedeutsam, und fordern bessere Testverfahren.

Wenn Sie bereits auf Metalle stark reagiert haben oder unsicher sind, sprechen Sie es vor der Planung an. Gegebenenfalls kann ein Hautarzt oder Allergologe vorher abklären, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Und das Aussehen?

Ein Implantat liegt unter dem Zahnfleisch und ist nicht zu sehen. Sichtbar ist die Krone, und die ist bei uns in der Regel aus Zirkon, also zahnfarben. Nur bei sehr dünnem Zahnfleisch im Frontbereich kann ein Titanimplantat leicht grau durchschimmern, vor allem wenn das Zahnfleisch später zurückgeht. Dagegen helfen eine sorgfältige Planung, ein Verbindungsteil aus Zirkon oder, in ausgewählten Fällen, ein Keramikimplantat. Mehr dazu in Implantat im Frontzahnbereich und Zirkonkronen: Vorteile.

Welches Material passt zu Ihnen?

Titan ist meist die bessere Wahl, wenn Sie mehrere Zähne oder einen ganzen Kiefer ersetzen möchten, wenn ein schmales Implantat nötig ist, wenn Sie knirschen oder wenn Ihnen die längste Studienlage wichtig ist.

Keramik kann eine Option sein, wenn Sie bewusst kein Metall möchten, eine nachgewiesene Unverträglichkeit haben oder ein einzelner Frontzahn bei sehr dünnem Zahnfleisch ersetzt werden soll.

In jedem Fall entscheiden Knochen, Zahnfleisch und Biss mit. Einen Überblick über alle Implantatarten finden Sie in Implantatarten und Marken, allgemeine Risiken in Risiken bei Zahnimplantaten.

Kosten

Ein Titanimplantat kostet bei uns £300 (ca. 360 €), gleich ob MegaGen, Neodent oder Straumann. Mit Zirkonkrone sind es £450 (ca. 540 €). Für Keramikimplantate haben wir keinen Festpreis: Preis auf Anfrage, kostenloser Behandlungsplan. Unsere Preise sind in britischen Pfund festgelegt, die Euro-Beträge sind Richtwerte nach dem EZB-Kurs vom 23. Oktober 2026. Mehr auf der Seite Preise.

So machen wir es bei Precious Dental

In unserer Klinik in Antalya verwenden wir in der Regel Titanimplantate von MegaGen, Neodent oder Straumann, alle zum gleichen Preis. Die Kronen darauf sind meist aus Zirkon und damit zahnfarben. Welches Implantat wir für Sie vorschlagen und warum, steht in Ihrem schriftlichen Plan. Haben Sie Bedenken wegen Metall, sprechen Sie uns vorher an; wir besprechen die Möglichkeiten offen.

Sie bekommen einen Implantatpass mit Hersteller und Typ Ihres Implantats sowie Kopien Ihrer Röntgenbilder. Auf Implantate mit Abutment geben wir eine lebenslange Garantie nach unseren Garantiebedingungen. Öndi, unser Patientenkoordinator, spricht Deutsch und übersetzt alle Gespräche mit dem Zahnarzt. Schicken Sie uns ein Röntgenbild, und Sie erhalten einen kostenlosen Behandlungsplan. Oder schreiben Sie Öndi per WhatsApp auf Deutsch.

Häufige Fragen

Was hält länger, Titan oder Keramik?

Titan ist besser untersucht. Übersichtsarbeiten fanden bei Titanimplantaten nach zehn Jahren Überlebensraten um 96 %. Für Zirkonimplantate fand eine Meta-Analyse nach zehn Jahren 95,1 %, aber auf Grundlage von weniger Langzeitstudien. In einem direkten Vergleich kleinerer Studien schnitt Zirkon etwas schlechter ab als Titan.

Gibt es eine Titanallergie?

Eine echte Unverträglichkeit gegenüber Titan ist sehr selten. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 fand weltweit nur wenige gut dokumentierte Fälle. Wer schon auf andere Metalle stark reagiert hat oder Bedenken hat, sollte das vor der Planung ansprechen. Dann kann ein Keramikimplantat eine Alternative sein.

Sieht man bei einem Titanimplantat einen grauen Rand?

Bei dünnem Zahnfleisch im Frontbereich kann das Metall gelegentlich grau durchschimmern, besonders wenn das Zahnfleisch später zurückgeht. Dagegen helfen eine sorgfältige Planung, zahnfarbene Verbindungsteile aus Zirkon oder ein Keramikimplantat. Im Seitenzahnbereich spielt das meist keine Rolle.

Kann ich mit Titanimplantaten ins MRT?

Ja. Titan ist nicht magnetisch, ein eingeheiltes Implantat bewegt sich im MRT nicht. Bei Aufnahmen von Kopf und Hals kann es kleine Bildstörungen geben. Sagen Sie dem Radiologen vorher Bescheid.

Bieten Sie Keramikimplantate an?

Unser Standard sind Titanimplantate von MegaGen, Neodent oder Straumann zum gleichen Preis von £300 (ca. 360 €). Für Keramikimplantate haben wir keinen Festpreis. Wenn Sie ein metallfreies Implantat wünschen, sprechen Sie uns an. Wir prüfen, ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, und nennen Ihnen den Preis im kostenlosen Behandlungsplan.

Quellen

  1. Mohseni P et al. Clinical outcomes of zirconia implants: a systematic review and meta-analysis. Clin Oral Investig 2023
  2. Haimov E et al. Differences in Titanium, Titanium-Zirconium, Zirconia Implants Treatment Outcomes: a Systematic Literature Review and Meta-Analysis. J Oral Maxillofac Res 2023
  3. Howe MS et al. Long-term (10-year) dental implant survival: a systematic review and sensitivity meta-analysis. J Dent 2019
  4. Restelli L et al. Titanium hypersensitivity in dental implants: A systematic review. J Prosthodont Res 2026
  5. Kupka JR et al. How far can we go? A 20-year meta-analysis of dental implant survival rates. Clin Oral Investig 2024
  6. proDente e. V.: So heilen Implantate richtig ein

Geprüft im Oktober 2026. Wo wir als Klinik unsere eigene Sicht wiedergeben, sagen wir das.

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