Zygoma-Implantate: feste Zähne trotz zu wenig Knochen im Oberkiefer
Wenn der Oberkiefer so stark geschrumpft ist, dass normale Implantate keinen Halt finden, gibt es eine Alternative zum großen Knochenaufbau: lange Implantate, die im Jochbein verankert werden.
Zygoma-Implantate sind besonders lange Implantate, die nicht nur im Oberkiefer, sondern im festen Jochbein verankert werden. Sie kommen in Frage, wenn im Oberkiefer zu wenig Knochen für normale Implantate ist, und ersparen oft einen großen Knochenaufbau. In einer Meta-Analyse waren nach durchschnittlich sechs Jahren 96,2 % noch in Funktion; die häufigste Komplikation ist eine Entzündung der Kieferhöhle.
„Bei Ihnen ist zu wenig Knochen für Implantate.“ Diesen Satz hören viele Menschen, die schon lange eine Vollprothese im Oberkiefer tragen. Der Kieferknochen bildet sich zurück, wenn er nicht mehr durch Zahnwurzeln belastet wird. Im Oberkiefer kommt die Kieferhöhle dazu, die sich mit den Jahren nach unten ausdehnen kann. Irgendwann bleibt zu wenig Knochen übrig, um ein normales Implantat zu verankern.
Dann gibt es meist zwei Wege: den Knochen aufbauen oder Implantate verwenden, die ihren Halt woanders finden. Zygoma-Implantate sind dieser zweite Weg. In diesem Artikel erklären wir, was sie sind, für wen sie geeignet sind, wie der Eingriff abläuft und was die Studien zeigen.

Was Zygoma-Implantate sind
Zygoma-Implantate sind deutlich länger als normale Implantate. Sie werden im Oberkiefer schräg eingesetzt und reichen bis in das Jochbein, den festen Knochen unter dem Auge an der Wange. Dort finden sie Halt, auch wenn im Oberkiefer selbst kaum noch Knochen vorhanden ist.
Meist werden Zygoma-Implantate mit normalen Implantaten im vorderen Oberkiefer kombiniert. Zusammen tragen sie eine feste Brücke für den ganzen Kiefer. Ist auch vorn zu wenig Knochen, können vier Zygoma-Implantate verwendet werden.

Zygoma-Implantate und normale Implantate im Vergleich
| Merkmal | Zygoma-Implantat | Normales Implantat |
|---|---|---|
| Verankert im | Jochbein (und Oberkiefer) | Kieferknochen |
| Knochenbedarf im Oberkiefer | gering, auch bei starkem Knochenabbau | ausreichend Knochen nötig |
| Knochenaufbau oder Sinuslift | oft vermeidbar | bei wenig Knochen häufig nötig |
| Provisorische Zähne | oft kurz nach dem Eingriff möglich | abhängig von Knochen und Stabilität |
| Eingriff | aufwendiger, erfordert besondere Erfahrung | Routineeingriff |
| Geeignet für | stark geschrumpften Oberkiefer | die meisten Patienten |
Kurz gesagt: Für die meisten Menschen ist ein normales Implantat die richtige Wahl. Das Zygoma-Implantat ist eine Speziallösung für den Fall, dass der Oberkiefer zu viel Knochen verloren hat.
Für wen Zygoma-Implantate in Frage kommen
Laut dem Konsensusbericht des International Team for Implantology (ITI) sind Zygoma-Implantate vor allem bei starkem Knochenschwund oder Knochenmangel im Oberkiefer angezeigt. Sie kommen zum Beispiel in Frage bei:
- starkem Knochenabbau im Oberkiefer nach langer Prothesenzeit, Parodontitis oder einem Unfall,
- verlorenen normalen Implantaten wegen zu wenig Knochen,
- dem Wunsch, einen großen Knochenaufbau mit langer Heilzeit zu vermeiden,
- einer Allgemeingesundheit, die den Eingriff erlaubt.
Ist noch etwas Knochen vorhanden, kann auch ein Knochenaufbau oder Sinuslift mit normalen Implantaten möglich sein. Die Initiative proDente beschreibt, dass kleinere Defizite mit Knochen aus dem eigenen Kiefer ausgeglichen werden können, während sehr große Defekte aufwendigere Verpflanzungen erfordern, die erst mehrere Monate einheilen müssen. Welcher Weg für Sie besser ist, zeigt das 3D-Röntgen. Mehr dazu in Zu wenig Kieferknochen: Welche Möglichkeiten gibt es? und Sinuslift: wann ist er nötig?
Vorteile
- Oft kein großer Knochenaufbau: Die Behandlung wird kürzer und hat weniger Schritte.
- Feste Zähne oft schon nach kurzer Zeit: Häufig kann bald nach dem Eingriff eine feste provisorische Brücke befestigt werden, wenn die Implantate stabil genug sitzen.
- Gute Langzeitergebnisse: Eine Meta-Analyse fand eine Überlebensrate von 96,2 % nach durchschnittlich gut sechs Jahren, vergleichbar mit normalen Implantaten.
- Fester Halt: Das Jochbein ist dicht und bietet eine stabile Verankerung.
So läuft die Behandlung ab
- Planung: Ein 3D-Röntgen zeigt Jochbein, Kieferhöhlen und den verbleibenden Knochen. Damit wird die Position jedes Implantats genau geplant.
- Einsetzen: Der Chirurg setzt die Implantate schräg durch den Oberkiefer bis in das Jochbein. Der Eingriff ist aufwendiger als eine normale Implantation und wird häufig in Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt. Er dauert in der Regel einige Stunden.
- Provisorische Zähne: Wenn die Stabilität es erlaubt, wird eine feste provisorische Brücke befestigt.
- Endgültige Brücke: Nach der Einheilung wird die endgültige Brücke angefertigt und eingesetzt.
Weil es eine anspruchsvolle Technik ist, sollte sie nur von einem Chirurgen durchgeführt werden, der speziell mit Zygoma-Implantaten Erfahrung hat. Fragen Sie jede Klinik danach.
Was die Studien zeigen und welche Risiken es gibt
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 wertete 18 Studien mit 1.349 Zygoma-Implantaten bei 623 Patienten aus. Die durchschnittliche Beobachtungszeit lag bei gut sechs Jahren. Ergebnisse:
- 96,2 % der Implantate waren noch in Funktion.
- Bei sofortiger Belastung lag die Überlebensrate bei 98,1 %, bei späterer Belastung bei 95 %.
- Die Brücken auf den Implantaten überlebten zu 94 %.
- Die häufigste Komplikation war eine Entzündung der Kieferhöhle (Sinusitis). Ihre Häufigkeit lag nach fünf Jahren bei 14,2 %.
Der ITI-Konsensusbericht weist darauf hin, dass die Kieferhöhlenentzündung zum Verlust eines Zygoma-Implantats führen kann. Weitere mögliche Probleme betreffen das Zahnfleisch um die Implantate. Genau deshalb sind die Erfahrung des Chirurgen und eine sorgfältige 3D-Planung so wichtig. Allgemeine Informationen zu Risiken finden Sie in Risiken bei Zahnimplantaten.
Warnzeichen nach dem Eingriff: Druck oder Schmerzen im Bereich der Wange, eitriger Ausfluss aus der Nase, anhaltend verstopfte Nase auf einer Seite oder Fieber. Melden Sie sich in diesem Fall zeitnah, damit eine Kieferhöhlenentzündung früh behandelt werden kann.
Was kosten Zygoma-Implantate?
Zygoma-Implantate sind teurer als normale Implantate, weil der Eingriff aufwendiger ist. Weil oft ein großer Knochenaufbau und eine zusätzliche Heilzeit entfallen, kann sich das im Gesamtplan teilweise ausgleichen.
Bei uns kostet ein Zygoma-Implantat £2.000 (ca. 2.390 €) pro Implantat. Werden zum Beispiel zwei Zygoma-Implantate mit einer festen Versorgung kombiniert, kommen 2 × £2.000 (ca. 2.390 €) zu den übrigen Kosten hinzu. Feste Zähne für beide Kiefer kosten mit All-on-4 £6.000 (ca. 7.170 €) und mit All-on-6 £6.500 (ca. 7.760 €), inklusive Hotel und Transfers. Zum Vergleich: Ein Sinuslift kostet 450 €, Knochenaufbau £150 (ca. 180 €) pro 1 cm³. Unsere Preise sind in britischen Pfund festgelegt, die Euro-Beträge sind Richtwerte nach dem EZB-Kurs vom 23. Oktober 2026. Den genauen Preis erhalten Sie schriftlich nach dem 3D-Röntgen. Mehr auf der Seite Preise.
So machen wir es bei Precious Dental
Ob Sie Zygoma-Implantate brauchen, entscheiden wir nicht nach einem Foto, sondern nach dem 3D-Röntgen in unserer Klinik in Antalya. Oft reicht ein Sinuslift oder Knochenaufbau mit normalen Implantaten. Manchmal sind Zygoma-Implantate der einfachere und sicherere Weg. Beide Möglichkeiten besprechen wir offen mit Ihnen. Im schriftlichen Plan stehen Anzahl und Marke der Implantate und warum wir uns dafür entschieden haben.
Sie erhalten einen Implantatpass und Kopien aller Aufnahmen. Öndi, unser Patientenkoordinator, spricht Deutsch und übersetzt alle Gespräche mit dem Zahnarzt. Wurde Ihnen gesagt, Sie hätten zu wenig Knochen für Implantate? Schicken Sie uns ein aktuelles Röntgenbild oder DVT, und Sie erhalten einen kostenlosen Behandlungsplan. Oder schreiben Sie Öndi per WhatsApp auf Deutsch.
Häufige Fragen
Was sind Zygoma-Implantate?
Lange Implantate, die vom Oberkiefer schräg bis in das Jochbein (Os zygomaticum) reichen und dort verankert werden. Sie ermöglichen festen Zahnersatz bei Menschen, deren Oberkieferknochen für normale Implantate nicht ausreicht, häufig ohne vorherigen großen Knochenaufbau.
Für wen kommen Zygoma-Implantate in Frage?
Vor allem für Menschen mit starkem Knochenabbau im Oberkiefer, etwa nach vielen Jahren mit Vollprothese, nach Parodontitis oder nach verlorenen Implantaten. Die Allgemeingesundheit muss den Eingriff erlauben. Ein 3D-Röntgen zeigt, ob Zygoma-Implantate oder ein Knochenaufbau mit normalen Implantaten der bessere Weg ist.
Wie sicher sind Zygoma-Implantate?
In erfahrenen Händen gelten sie als bewährte Methode. Eine Meta-Analyse mit 1.349 Zygoma-Implantaten fand nach durchschnittlich gut sechs Jahren eine Überlebensrate von 96,2 %. Die häufigste Komplikation war eine Entzündung der Kieferhöhle, deren Häufigkeit nach fünf Jahren bei 14,2 % lag. Deshalb sind Erfahrung und genaue 3D-Planung besonders wichtig.
Muss ich mit Zygoma-Implantaten keinen Knochenaufbau machen?
Oft nicht. Weil die Implantate im Jochbein Halt finden, lässt sich ein großer Knochenaufbau oder Sinuslift in vielen Fällen vermeiden. Das verkürzt die gesamte Behandlungszeit. Ob das bei Ihnen zutrifft, zeigt erst das 3D-Röntgen.
Was kostet ein Zygoma-Implantat bei Ihnen?
Ein Zygoma-Implantat kostet bei uns £2.000 (ca. 2.390 €) pro Implantat. Meist werden zwei oder vier davon mit normalen Implantaten zu einer festen Brücke kombiniert. Den Gesamtpreis nennen wir Ihnen schriftlich nach dem 3D-Röntgen.
Quellen
- Brennand Roper M et al. Long-term treatment outcomes with zygomatic implants: a systematic review and meta-analysis. Int J Implant Dent 2023
- Al-Nawas B et al. ITI consensus report on zygomatic implants: indications, evaluation of surgical techniques and long-term treatment outcomes. Int J Implant Dent 2023
- Alqutaibi AY. Zygomatic Implants Are a Reliable Treatment Option for Patients With Atrophic Maxilla. J Evid Based Dent Pract 2017
- proDente e. V.: Knochenaufbau macht Implantate möglich
Geprüft im Oktober 2026. Wo wir als Klinik unsere eigene Sicht wiedergeben, sagen wir das.
Ihr Behandlungsplan und Preis, schriftlich
Schicken Sie uns ein paar Fotos Ihrer Zähne oder ein aktuelles Röntgenbild. Eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt sieht es sich an, und Sie erhalten einen Plan mit allen Positionen, bevor Sie etwas buchen.

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